Poltergeist
Die Zusammenarbeit der beiden belgischen Künstler Tim Vets und Erki de Vries besteht seit 2005 und zeichnet sich durch ihre heterogenen Hintergründe aus: Tim Vets hat Musik am Konservatorium in Antwerpen studiert, arbeitet als Komponist für Musiktheater, ist als Programmierer in der Open-Source Computermusikszene aktiv und baut Mini-Synthesizer. Seine Installationsarbeiten verwenden häufig selbstgenerierende Konstruktionsprinzipien, bei denen die Soundebene immer zentral ist.
Erki de Vries' Arbeiten hingegen sind visuell, sie setzen sich aus Performance, Skulp-turen, Videokunst und Installationen zusammen. Dabei steht immer die Erkundung und Reflexion der Aufführungssituation und des Raumkontexts im konzeptionellen Zentrum. Ein Credo auf seiner Webseite lautet, dass er durch künstlerische Eingriffe in öffentliche Räume oder Situationen Facetten der Wahrnehmung verändern kann, die die Teilnehmer sich selbst und den Ort neu interpretieren lassen.
Die gemeinsame Arbeit Poltergeist, die auf dem Dockville ausgestellt wird, ist eine Klanginstallation. Der Sound hängt von den Oberflächen des Raumes ab, in dem sie stattfindet. Die Poltergeister sind zahlreiche identische Module aus Hämmern und Elektromagneten, die programmgesteuert klopfen und diese Geräusche zusätzlich durch einen eingebauten Lautsprecher verstärken können. Je nach Anzahl und räumlicher Anordnung der Einheiten ergeben sich so polyrhythmische Strukturen, die sich je nach Standort des Besuchers verändern. Poltergeist wurde unter anderem in KMSKA (Antwerpen), SAT (Montréal) (Z33 - Hasselt), Museum voor Kunstlicht in de Kunst (Eindhoven) und USF (Bergen) als Installation gezeigt. Außerdem tauchen sie in diversen Theater-Performances auf, in denen Tim Vets Kompositionen für die Poltergeister erstellt, so dass zu vorproduzierter Musik Klopfgeräusche aus allen Ecken des Theatersaals synchron erklingen.