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msdockville 3 tage festival für musik und kunst in hamburg. 13. bis 15. august 2010
2010|2009
Illustration: Dockville-Recreation-Motiv_timKaiser_yytt1672010_1
DOCKVILLE KUNST 2010: RECREATION

3 Wochen Kunstcamp - 10 Tage Open Air Ausstellung - 3 Tage Festival


08.07. – 29.07. KünstlerInnen leben und arbeiten gemeinsam im Kunstcamp
29.07. – 08.08.  Ausstellung mit Abendprogramm infos
02.08. – 08.08.
Lüttville Sommercamp
13.08. – 15.08. Festivalwochenende


Ein gemeinsamer Schaffensprozess unter freiem Sommerhimmel, ein Ausstellungszeitraum mit Abendprogramm und das parallel stattfindende Kindersommercamp Lüttville münden in einen großen Festival-Knall: Das ist die Dockville Dramaturgie. Im Vorfeld des 3-tägigen Festes wird in diesem Jahr unter dem Motto RECREATION ein in der Festivallandschaft einzigartiger Raum für Kunst geschaffen. Die Verbindung von Kunst und Musik sowie die Reflexion und Gestaltung der Festivalsituation sind dabei die Pole, zwischen denen sich das Thema RECREATION bewegt und von über 30 internationalen KünstlerInnen interpretiert wird. RECREATION zieht sich dabei als roter Faden durch alle Teile des Ausstellungskonzeptes – vom Ausstellungsort, der Ausstellungsfläche, den realisierten Projekten und dem Aufbau- und Ausstellungsprozess.



DOCKVILLE KUNST 2010 – RECREATION
Neudenken, Erholung, Grünflächen, Gemeinschaftsraum, Wiederherstellung, Umdeutung, Crossmedia, Flächengestaltung, Umstrukturierung, Oase, Mash-Up

RECREATION – Geschehenes betrachten und neu verhandeln, Vorhandenes und Gezeigtes mit verschiedensten künstlerischen Mitteln umgestalten und verändern.


Die Azubis mit ihrem Projekt Die Resteverwerter , bei dem sie aus den Abfällen der Ausstellung ein performatives Tagebuch erstellen, verkörpern das Thema der RECREATION wohl am wörtlichsten. Aber auch das Gemeinschaftsprojekt Harvest der beiden Schweden Olle Cornéer und Martin Lübcke arbeitet mit Umdeutung – ihr Terrafon liest den Festivalgrund wie eine Grammophonplatte und schafft damit eine ortsspezifische Klanginstallation, die den Themenbezug noch durch eine Veränderung der Rangordnung in der Musikwelt unterstreicht: Das Instrument wird von einem klassischen Ensemble gezogen - Tradition zieht Avantgarde. Auch Tim Vets und Erki de Vries machen mit ihrer Klanginstallation Poltergeist die vorhandenen Oberflächen akustisch wahrnehmbar. Eine sich selbst rekreierende Performance wird von Nick Meeter angestoßen und darüber, wie das Sigmund-Lachs-Institut das Thema interpretiert, darf man höchst gespannt sein.


RECREATION AREA – Das Erholungsgebiet


Zwei Bushaltestellen werden zur RECREATION Area: Conrad Kürzdörfer wird sie begrünen, sodass die Grenzen zweier Orte des städtischen Verweilens – der Park und die Bushaltestelle – verwischen und die Besucher auf dem Weg zum Dockville Warten in einer Besseren Welt . Eine ganz andere Erholung bringt die Installation von Thomas Judisch mit sich. Er wird auf dem Dockville Gelände Heilschlammbäder installieren, die zum Planschen einladen. Abduschen kann man sich in der Installation des Instituts für wahre Kunst . Sie bringt das Wasser auf den Platz, die Hafenatmosphäre wird durchbrochen durch ein Feld aus Duschköpfen, die wie Sonnenblumen anmuten. So wird aus der wilden Wiese ein bestellter Acker. Bei den Schauspielern von Meine Damen und Herren können sich dann alle Gäste einer wirklichen Bearbeitung unterziehen und es wird für größtmögliche Entspannung gesorgt. Und wer sich einmal auf der freien Fläche zurückziehen möchte, der legt sich neben einen duftenden Trabanten von ZooZooZoo , schließt die Augen und träumt.


RECREATION ROOM – Der gemeinschaftliche Raum


Ein roter Faden zieht sich durch den Kunstbereich des Dockville Festivals: die dialogische Verbindung von verschiedenen Disziplinen, allen voran Musik und Kunst, in der auch der aktive Besucher mitgedacht ist. Nicht nur die Ergebnisse selbst sind kommunikativ und kooperativ konzipiert, bereits in der Schaffensphase entsteht die Kunst in der Zusammenarbeit von Künstler-, Handwerker- und HelferInnen.
Olaf Nicolai wird seine zur Benutzung angelegte Skulptur Landschaft erstmalig im Freien präsentieren, so dass neben Musikern, die auf der Installation performen, auch die Besucher sitzen, liegen und tanzen können. Und gut erholt lässt es sich bekanntlich am besten kommunizieren: So werden im Schlammbad und unter den Duschköpfen, während der Massageperformance und in den Haltestellen Räume der Interaktion eröffnet.


RECREATING HISTORY – Die Geschichte und die aktuelle Lage des Reiherstiegknies


Der Stadtteil Wilhelmsburg – und damit auch das Festivalgelände – rückt gerade in jüngster Zeit in den Fokus der städtischen Diskussion. Das Dockville ist auf einer Insel verortet, die von der Stadtpolitik auserkoren wurde, rekreiert zu werden, neu gestaltet, wiederbelebt, aufgewertet – mit allen positiven wie negativen Konsequenzen: Die Internationale Bauausstellung sowie die Internationale Gartenschau werden hier im Jahre 2013 ihre Ergebnisse präsentieren und sind seit ihrem Auftreten 2007 aktiv, Veränderungsprozesse voranzutreiben. Das Dockville Festival stellt eine kommunikative, gemeinschaftliche Position kultureller Gestaltung neben diese Großprojekte.


Ganz im Stil seiner sonstigen Arbeiten wird Brad Downey auch auf dem Dockville eine Position vertreten, die sich humorvoll mit öffentlicher Kontrolle und Normierung beschäftigt. Michaela Melián s aufblasbare Architektur Fleetinsel entstand bereits im Jahr 1997 und markierte schon damals die Bedrohtheit des öffentlichen Raums, die im stadtentwicklungspolitischen Brennpunkt Wilhelmsburg und auch im Rahmen der gesamtstädtischen Entwicklungen nichts an Aktualität einbüßt.
Das Thema der Nachhaltigkeit, das auch besonders im Rahmen der IBA und igs auf allen Fahnen geschrieben steht, beleuchtet Hermann Josef Hack mit seinem Festivalbeitrag von einer anderen Seite und setzt sich auf malerischem Wege mit den sozialen Auswirkungen des Klimawandels auseinander.
Murano und Tomoeda aus Japan betrachten den Ort am Reiherstieg aus einem ganz Blickwinkel, nämlich in Bezug auf seine räumliche Nähe zum Wasser und bauen  zusammen mit den Besuchern ein historisches Schiff aus Zucker, das dann auch zu Wasser gelassen wird.


RECREATING DOCKVILLE – Die Geschichte des Festivals, der Kunst und der Kinder


Das Dockville Festival findet diesen Sommer nun schon zum vierten Mal im Hamburger Hafen statt. 2007 gegründet, hat es sich als unkonventioneller Rahmen für Musik und Kunst etabliert und zu einer aktiven Plattform für Bands und KünstlerInnen entwickelt. Das kulturelle Programm ist wie das musikalische Line-up stetig gewachsen; das Festival-Gelände direkt am Wasser wurde auf neuen Wegen künstlerisch erschlossen: angefangen bei einer von Daniel Richter erdachten „Elbphilharmonie“ aus Schrott und Containern über die Errichtung von DockVille – einem hölzernen Fischerdorf als überdachte Heimat der Kunst – und einem Parcours durch den Birkenwald bis hin zum Bau eines Musik- und Kunst-Spielplatzes mit überdimensionalen Spielgeräten im letzten Jahr.


Seit 2008 organisieren wir zusätzlich das KINDERSOMMERCAMP LÜTTVILLE. Hier können sich Kids aus dem Viertel eine Woche vor dem eigentlichen Dockville in Musik- und Kunst-Workshops unter Anleitung der teilnehmenden KünstlerInnen ausprobieren und ihre Ergebnisse anschließend beim Festival präsentieren.


Der Sommer 2010 verheißt nun eine aufregende Zeit am Reiherstiegknie. Angefangen beim Kunstcamp zum Julianfang und der folgenden Ausstellung, über die Lüttville Ferienfreizeit und bis zum Dockville Festival vom 13.-15. August 2010 präsentieren wir in diesem Jahr eine Fülle kleinerer und großer Events, erfreuen uns am Sommer auf der Insel und eröffnen das Testfeld für neue Künste.




 

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