Harvest
Olle Cornéer (1975) lebt in Stockholm und studierte an der dortigen Universität Musikwissenschaft, Politologie und Journalistik. Als Produzent von Techno- und Housemusik veröffentlichte Cornéer seit 2002 zahlreiche Alben. Der in Uppsala lebende Martin Lübcke (1975) promovierte in Theoretischer Physik und ist als Programmierer tätig. Gemeinsam entwickeln sie Klanginstallationen, in denen sie sich, oftmals mittels selbstorganisierender Systeme, auf die Suche nach den Ursprüngen der Musik begeben.
Seit 2006 fanden Ausstellungen der beiden Künstler auf Festivals in Schweden, Norwegen, Brasilien und Deutschland statt: Gallery Takt in Berlin (2007), Piksel Festrival in Bergen/Norwegen (2007), Emoção Art.ficial 4.0 in São Paulo/Brasilien (2008), Volt Festival in Uppsala/Schweden (2009).
Auf dem Dockville Festival präsentieren Cornéer und Lübcke ihr 2009 entwickeltes Projekt Harvest , das soeben eine lobende Erwähnung beim Prix Ars Electronica erhalten hat. Mittelpunkt der performativen Installation ist das Terrafon, ein Klanginstrument, bestehend aus einem um einen Grammophontrichter erweiterten, altertümlichen Pflug. Von einem lokalen Ensemble auf dem Festivalgelände gespielt, entsteht eine landschaftlich geprägte Klangkomposition, die aufgenommen und während des Festivals präsentiert wird. Die Töne des heimischen Bodens erwachsen zu einer endlosen meditativen Musik, deren Interpretation den Besuchern anheim gestellt wird. Durch die Verbindung von alten, nutzbar gemachten Klangkörpern und neuen, ortsspezifischen Klangwelten schaffen die beiden Künstler den Bezug zum Festivalmotto.