Konditor am Hafen
Der in Osaka geborene Nozomi Tomoeda (1977) lebt und arbeitet in Hamburg und Hiroshima. Er studierte Bildende Kunst in Hiroshima und setzt seit 2009 seine Studien mit den Schwerpunkten Bildhauerei und Zeitbezogene Medien an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg fort. Katsuya Murano (1982) stammt aus Chiba und studierte ebenfalls an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg. Tomoeda schafft Rauminstallationen, die seit 2002 auf zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in Japan (Fukuyama Museum of Art, Fukuyama 2003) und Deutschland (Galerie Kunstraum Zehn, Hannover 2002) gezeigt wurden. Murano befasst sich in seinen Zeichnungen und Installationen mit der Abhängigkeit des Menschen von der Natur und stellte jüngst im Einstellungsraum e.V. in Hamburg aus.
Ihr interaktives Projekt für das Dockville Festival umfasst den Bau eines historischen Segelschiffes der Firma Blohm und Voss. In einem Gemeinschaftsprojekt mit den Festivalbesuchern werden Tomoeda und Murano zum Konditor im Hafen und lassen eine Schiffkonstruktion aus dem umwelt- und besucherfreundlichen Material Zucker entstehen, welches nach Fertigstellung auf der nahen Elbe zu Wasser gelassen wird. Infolge seines vergänglichen Baustoffes wird sich das Schiff in den Elbfluten auflösen, in den Kreislauf der Natur wieder eintreten und dadurch in eine neue Existenz übergehen. Mit dem Schiff möchten die Künstler eine symbolische Verbindung zwischen dem Inselstaat Japan und der Hafenstadt Hamburg schaffen, auf den regen Kulturaustausch zwischen Hamburg und seiner Partnerstadt Osaka verweisen und gleichzeitig einen Bezug zum traditionellen Tanabatafest herstellen, das an jedem 7. Juli in Japan gefeiert wird.