Warten in einer besseren Welt
Der 1976 in Künzelsau geborene Deutschamerikaner Conrad Kürzdörfer diplomierte 2006 an der TU Berlin in Architektur, nachdem er an der FU Berlin bereits ein Jahr Philosophie studiert hatte. Kürzdörfer sammelte nach Beendigung seines Studiums praktische Erfahrungen in Architektur- und Stadtplanungsbüros in Indien, den USA und Berlin und interessiert sich insbesondere für künstlerische Interventionen im Stadtraum.
Hier gilt sein Augenmerk Parks und Haltestellen des Öffentlichen Verkehrs, die in der heutigen Zeit seiner Meinung nach vom Großteil der Stadtbevölkerung am häufigsten und ausgiebigsten genutzt werden. Die von ihm empfundene Reduzierung des Öffentlichen Raums auf diese beiden Bereiche inspirierte ihn zu seinem Beitrag für Dockville: Park und Haltestelle werden vermischt.
Zwei Haltestellen, die den Besucher bei seiner Ankunft an der S-Bahn-Station beziehungsweise am Festivalgelände empfangen, werden bepflanzt und so aus Orten des lästigen Wartens entspannende Räume geschaffen, die ob ihrer Ungewöhnlichkeit und ihres Wohlfühlfaktors zur Kommunikation mit Fremden anregen – die Gäste warten in einer besseren Welt. Die Interaktion beschränkt sich hierbei allerdings nicht nur auf das Gespräch mit anderen Menschen, sondern die Haltestellen laden durch bereitgestelltes Werkzeug dazu ein, das Potential einer gemeinschaftlichen Begrünung zu erproben.